Bei Lipödem - bringt müde Beine in Schwung

Lipödem und Tanzen

Schon viele Diäten und Sportarten hinter sich und Sie schlagen sich immer noch mit Ihren Reiterhosen und Schmerzen in den Oberschenkeln herum? Immer noch permanent müde und schwere Beine, vor allem nachmittags? Die Zellulitis nimmt überhand und Sie kriegen ständig neue blaue Flecken? Vom Lipödem sind weit mehr Personen betroffen als bislang bekannt. Man geht davon aus, dass etwa jede neunte Frau mit einem Lipödem zurechtkommen muss.

Haben Sie bereits einen Namen zu Ihren Beschwerden? Damit gehören Sie zu den glücklicheren sieben Prozent der Betroffenen und können Ihre Symptome besser einordnen und Gegenmassnahmen ergreifen.


Kapillarpermeabilitätsstörung schlaucht das Lymphsystem

Ein Lipödem entsteht durch eine übermässige Anhäufung von Unterhautfettgewebe. Es ist bis heute unklar, ob dies Folge einer Vergrösserung der Fettzellen oder ihrer Übervermehrung ist. Zusätzlich zur Fettvolumenvermehrung liegt eine Kapillarpermeabilitätsstörung vor, wodurch vermehrt Proteine und Flüssigkeit aus dem Blutgefäßsystem in den Zellzwischenraum gelangen (Weissleder et al.).

Aufgrund des vermehrten Flüssigkeitsangebotes zwischen den Zellen reagiert das zunächst intakte Lymphgefäßsystem mit einem gesteigerten Lymphtransport (Brauer et al. 2005). Die Dauerbelastung der Lymphgefäße führt schließlich zu degenerativen Veränderungen der Lymph-Gefäßwand mit dadurch bedingter Reduktion der Transportkapazität - das Lymphsystem leiert aus, es macht schlapp. Kann die anfallende Gewebsflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert werden, kommt es zu Ödemen. Daher ist es gerade beim Lipödem enorm wichtig, den Lymphfluss so gut wie möglich in Gang zu halten, auch wenn das Lipödem streng genommen keine Erkrankung des Lymphsystems ist.

Behandlungsziel beim Lipödem - Lymphfluss anregen

Zur Ödemreduktion werden physikalische Maßnahmen in Form der komplexen  physikalischen Entstauungstherapie (KPE) angewandt. Zusätzlich gibt es in jüngerer Zeit die Möglichkeit einer operativen Entfernung überschüssigen Gewebes. Die Kombination beider Behandlungsarten wird als besonders geeignet erachtet (Meier-Vollrath, 2005, Dt. Ärzteblatt).

Nicht-operative Massnahme (KPE):
- manuelle Lymphdrainage
- Kompressionsstrümpfe
- Bewegungstherapie
- Hautpflege
Operative Massnahme:
- operative Entfernung überschüssigen Gewebes

Neben der manuellen Lymphdrainage und dem Tragen von Kompressionsstrümpfen ist unterstützender Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Lipödem-Behandlung. 

Das Lymphsystem ist neben dem Herz-Kreislauf-System ein zusätzliches Gefäßsystem, das Nährstoffe und Giftstoffe im Körper transportiert. Da der Lymphfluss nicht das Herz als Pumpe nutzen kann, müssen die Muskeln aktiviert werden, um den Lymphfluss in Bewegung zu halten. Über das Lymphsystem wird alles transportiert, was sich zwischen den Körperzellen ansammelt. All dieser „Abfall“ würde sich auf Dauer in den Zellzwischenräumen stauen und muss deshalb weggeschafft werden – dies geschieht über die feinen Kapillaren des Lymphsystems, die die überschüssigen Stoffe durch Öffnungen aufnehmen und in größere Lymphgefäße weiterleiten.

Dem Lymphsystem fehlt das Herz als Pumpe. Die Bewegung der Lymphe braucht den Kapillardruck in den Geweben, der durch die dünne Muskelschicht in der Wand der Lymphgefäße und ganz besonders durch die Bewegung des gesamten Muskelsystems erzeugt wird. Jedes Mal wenn Sie Ihre Muskeln anspannen, erzeugen Sie einen Druck in den Geweben, der die Lymphe vorwärtspumpt. Man nennt das die „Muskelpumpe“ und diese wird auch gebraucht, damit das Blut aus den Venen zum Herzen zurückfließt. Kleine Klappen in den Lymphgefäßwänden verhindern, dass die Flüssigkeit aufgrund der Schwerkraft wieder zurückfließt.

Jede Art von zusätzlicher Bewegung ist daher Gold wert. Bei einem Lipödem sind zur Unterstützung des Lymphsystems täglich etwa 30 Minuten zusätzlich zu den alltäglichen Routinen empfehlenswert. Bei einem Lipödem ist eher darauf zu achten, eine Bewegungsform zu wählen, die die Kniegelenke nicht zu sehr beansprucht.

Wollen Sie, dass Ihre Lymphe besser fließt und Sie schneller entgiften, dann sollten Sie sich so viel wie möglich bewegen und dabei alle Muskeln benutzen, die Sie im Körper haben.

Wadenmuskulatur-Pumpe aktivieren

Gerade Sportarten in aufrechter Körperhaltung sorgen für einen optimalen Abfluss der Lymphe. Die Pumpleistung der Muskel-Venen-Pumpe wird durch rhythmische Bewegungen verstärkt. So kann die Pumpbewegung optimal unterstützt werden.

Sportliche Betätigung in jeder Form regt die Wadenmuskulaturpumpe an. Dies verbessert den Abtransport von venösem Blut und Lymphe aus dem Beingewebe. Gleichzeitig wird die Flüssigkeitsdurchlässigkeit der Kapillaren verbessert. Alles was mit der Bewegung der Beine zu tun hat, verringert die Schwellungstendenz in den Beinen. Idealerweise wird das Sprunggelenk bewegt und der Fuss gut abgerollt; dieses Bewegungsmuster führt fast immer zu einer Linderung der Beschwerden.
 

Tanzen gegen schwere Beine

Gesucht wird beim Lipödem also eine Bewegungsform, die rhythmisch, aufrecht und gelenkschonend ist. Die den Fussballen für die Aktivierung der  Wadenmuskel-Pumpe abzurollen erlaubt. Spass machen sollte sie auch noch, denn täglich 30 Minuten mehr Sport am Tag darf auch nicht verleiden.

Haben Sie schon alle Sportarten ausprobiert? Und immer noch nicht Ihre Bewegungsform gefunden? Obwohl Ihnen theretisch klar ist, wie wichtig die Bewegung wäre? Haben Sie auch schon einmal an Tanzboden-Tanzen gedacht? Als eine niederfrequente und niederschwellige Bewegungsform ist das Tanzboden-Tanzen besonders geeignet, um den Fluss des Lymphsystems positiv zu unterstützen. Es ist eine Bewegungsform, bei der in kleinen Einheiten das Lymphsystem schonend unterstützt wird. Es steht die Musik im Vordergrund und jeder Schritt wird belohnt.  
 

Kompressionsstrümpfe an!

Beim Lipödem ist unbedingt empfehlenswert, mit Kompressionsstrümpfen auf den Tanzboden zu gehen; durch die Bewegung kann die Kompression ihre Entstauungswirkung am besten entfalten.
 
Sind Sie bereit, die Hüften kreisen zu lassen? Einmal wieder tanzen, und zwar unbeobachtet, vor dem eigenen Fernseher? Wagen Sie den ersten Schritt auf den Tanzboden. Es lohnt sich.



Referenz

Endlich habe ich nicht mehr diese schweren Beine. Und nicht mehr dieses Druckgefühl. Die Bewegung tut mir richtig gut.
Vanessa D., 38


 

 

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Quellen

1. Buck DW & Herbst KL, Lipedema: A Relatively Common Disease with Extremely Common Misconceptions. Plast Reconstr Surg Glob Open 2016 Sep 28;4(9):e1043

2. Fetzer A. & Wise C. (2015). Living with lipoedema: reviewing different self-management techniques. British Journal of Community Nursing . Oct2015, Vol. 20 Issue Sup10, pS14-S19. 5p

3. Földi M, Földi E, Kubik St: Lehrbuch der Lymphologie. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, New York, 2005

4. Weissleder H, Brauer WJ: Radiologische Diagnostik beim Lipödem-Syndrom. Lymph-Forsch. 1, 26-30, 1997



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